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Koffein in Schokolade: schlecht für Kinder und Schwangere?

Ernährung

Koffein in Schokolade: schlecht für Kinder und Schwangere?

Kaffee, Cola und Energy-Drinks sind für Kinder tabu. Das würden die meisten Eltern so unterschreiben. Und auch in der Schwangerschaft ist bei koffeinhaltigen Getränken absolute Vorsicht geboten. Doch sowohl Kinder als auch Schwangere greifen gerne zur Schokolade. Und wer hätte es gedacht: Diese kann mehr “Koffein” enthalten als Kaffee und Co. Wir klären auf. 

Wie viel Koffein steckt in Schokolade?

Zuerst einmal: Genau genommen enthält Schokolade kein Koffein, sondern Theobromin. Das anregende Alkaloid ist jedoch strukturverwandt mit Koffein und sollte genauso bewertet werden. 

  • In 100 g dunkler Schokolade mit 45 – 59 % Kakaoanteil stecken rund 43 mg des Stoffes. Das ist exakt so viel wie in 100 ml Filterkaffee (= rund 107 mg pro großer 250 ml Tasse)
  • Bitterschokolade (70%, 80% und höher) kann 70 mg Koffein und mehr auf 100 g enthalten. 
  • Vollmilchschokolade mit wenig Kakaogehalt enthält mit 19 mg Koffein (Theobromin) auf 100 g schon deutlich weniger – allerdings garnicht mal so viel weniger als ein Energydrink (30 mg Koffein pro 100 ml).
  • Ein normaler, handelsüblicher Kakao hat gerade einmal 2,4 mg Koffein auf 100 ml – also etwa 6 g pro Tasse (250 ml)

Koffein in Schokolade für gewöhnlich kein Problem

Da Kinder in der Regel Zartbitterschokolade verschmähen und zur Vollmilch-Alternative greifen, außerdem statt Kaffee Kakaogetränke bevorzugen, nehmen die Kleinen verhältnismäßig wenig Koffein zu sich. Das gilt vor allem dann, wenn Kinder nur wenig Schokolade verzehren und nicht ständig eine ganze Tafel essen. Hier solltet ihr als Eltern unbedingt einen Blick drauf haben. Neben Koffein ist schließlich auch der Zuckergehalt ein Thema.

Offizielle Empfehlungen

  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche täglich höchstens 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen. 
  • Bei einem gesunden Heranwachsenden mit einem Körpergewicht von 50 Kilogramm liegt die Tageshöchstgrenze entsprechend bei 150 mg Koffein.
  • Für Erwachsene ohne gesundheitliche Probleme (z. B. Bluthochdruck) werden 5,7 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht (über den Tag verteilt) als unbedenklich eingestuft. Das sind bereits gute 370 mg pro Tag für eine 65 kg schwere Frau.

Und was gilt für Schwangere?

Schwangere oder stillende Frauen sollten maximal die Hälfte des Wertes für Erwachsene pro Tag zu sich nehmen, um Fötus oder Neugeborenes nicht zu schädigen. Bei 185 mg Koffein sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit demnach Schluss sein

Selbst dafür müsste man aber eine große Tasse Filterkaffee und eine ganze Tafel Zartbitterschokolade zu sich nehmen. Vorsicht ist allerdings bei Neukreationen wie 99 oder gar 100% Bitterschokolade geboten. Auch beim “Mischkonsum” mit koffeinhaltigen Teesorten (Schwarztee) sollte man lieber nochmal nachrechnen.

Nebenwirkungen: Koffein kann Gehirn schädigen

Die ganzen Grenzwerte sind nicht willkürlich gewählt, sondern haben tatsächlich einen tieferen Sinn. Denn zu viel Koffein kann nicht nur zu Nervosität, starkem Schwitzen und vermehrtem Harndrang führen, sondern auf Dauer auch das Gehirn schädigen, sich negativ auf den IQ von Kindern auswirken und das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen. Das gilt mittlerweile als wissenschaftlich belegt. 

Zudem wirken hohe Mengen Koffein bei einigen Menschen (z. B. bei Menschen mit ADHS) paradox und machen müde statt wach

Geringe Mengen Schokolade und Kaffee gesund

Wiederlegt ist hingegen die Tatsache, dass Koffein akute Herzrhytmusstörungen auslöst. Geringe Mengen Kaffee schützen – ebenso wie Schokolade – sogar vor Herz-Kreislauferkrankungen. Schokolade soll in geringen Mengen sogar schlau machen

Zudem enthält (Bitter)schokolade beachtliche Mengen Tryptophan – einer Aminosäure, die wichtig für die Bildung des Glückshormons Serotonin ist und damit indirekt auch den Schlaf am Abend positiv beeinflusst (Melatonin, das Schlafhormon, wird zu großen Teilen aus Serotonin gebildet). Auch bei diesem Thema gilt demnach: Die Dosis macht das Gift. 

Quellen:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/koffein-die-dosis-macht-s-348320#:~:text=Wo%20ist%20die%20Grenze%3F,vier%20Tassen%20Kaffee)%20als%20unbedenklich.

https://kurier.at/wissen/gesundheit/bei-herzrhythmusstoerungen-ist-kaffee-gefaehrlich/400020871

https://www.spiegel.de/fotostrecke/wieviel-koffein-enthaelt-welches-lebensmittel-fotostrecke-94569.html

https://academic.oup.com/cercor/article-abstract/31/6/3096/6135013?redirectedFrom=fulltext

https://www.unisa.edu.au/media-centre/Releases/2021/excess-coffee-a-bitter-brew-for-brain-health

https://academic.oup.com/ije/article/45/2/353/2572495

https://www.neuro-depesche.de/nachrichten/kaffee-in-der-schwangerschaft-vermeiden/

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