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Studien belegen: Koffein kann Gehirn schädigen

Ernährung

Studien belegen: Koffein kann Gehirn schädigen

Dass zu viel Kaffee nicht gesund ist und sogar müde machen kann, wisst ihr als aufmerksame LeserInnen unseres Magazins natürlich längst. Doch jetzt kommt es noch dicker, denn Forscher haben herausgefunden: Zu viel Kaffee lässt das Gehirn schrumpfen, erhöht das Demenzrisiko und kann sogar den IQ senken!

Mehrere Studien – ähnliche Ergebnisse

Im Februar 2021 wurde eine Schweizer Studie im Fachjournal Cerebral Cortex publiziert [1]. Hier konnte nachgewiesen werden, dass sich hohe Mengen Koffein auf die Graue Substanz des Gehirns auswirken. Die Graue Substanz besteht vornehmlich aus Zellkernen der Nervenzellen. Daher auch der umgangssprachliche Begriff: „kleine grauen Zellen“. 

In der Untersuchung der Baseler Forscher, an der 20 gesunde junge Menschen teilnahmen, bekamen die Probandinnen und Probanden jeweils zehn Tage lang Koffeinkapseln und weitere zehn Tage Placebos. Nach beiden Intervallen wurden Hirnscans durchgeführt. Es zeigte sich, dass das Volumen der Grauen Substanz nach der koffeinfreien Zeit größer war als nach der Phase, in der die TeilnehmerInnen Koffein bekamen. 

Sehr große Unterschiede konnten die Forscher im Temporallappen feststellen. Bestandteile des Areals sind der auditive Cortex, der Hippocampus sowie das Wernicke-​Sprachzentrum

Erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Demenz

Eine am Australian Centre for Precision Health von einem Team internationaler Forscher durchgeführte und im Juli 2021 veröffentlichte Untersuchung [2], kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, nämlich dass ein hoher Kaffeekonsum in direkter Verbindung mit einem verringerten Gesamthirnvolumen steht. Schon bei mehr als sechs Tassen täglich war außerdem das Demenzrisiko der insgesamt 17.702 Teilnehmern im Alter zwischen 37 bis 73 Jahren um 53 % erhöht.

Verminderter IQ bei Kindern von Kaffeetrinkern

Die gute Nachricht: Das Gehirn erholt sich sehr schnell wieder von hohem Koffeinkonsum und nimmt nur selten dauerhaft Schaden. Das konnte die Schweizer Studie ebenfalls zeigen. Auch die Schlafqualität leidet nicht direkt unter dem Kaffeegenuss.

Kaffeepausen im Sinne einer Abstinenz von wenigen Tagen bis Wochen sind aber ratsam, um das Schlaganfall und Demenzrisiko zu minimieren. Auch euer Stresslevel wird es euch danken, denn Koffein führt nachweislich zu einer erhöhten Ausschüttung an Stresshormonen, die auf Dauer krank machen.

Maximal eine Tasse Kaffee / Tag für Schwangere

Noch vorsichtiger sollten hingegen Schwangere sein: Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. für Erwachsene im Normalfall maximal drei bis vier Tassen (nicht Becher!) Kaffee pro Tag empfiehlt, gilt für Schwangere eine einzige Tasse pro Tag als Richtwert

So erhöht ein hoher Koffeinkonsum bei Schwangeren nicht nur das Risiko für Frühgeburten, sondern kann sich gemäß einer 2016 im International Journal of Epidemiology publizierten Studie [3] auch negativ auf den IQ der Nachkommen auswirken. 

Zudem besteht der Verdacht, dass hoher Koffeinkonsum von Müttern mit einem erhöhten ADHS-Risiko bei deren Kindern in Verbindung steht. Eindeutig ist die Studienlage jedoch nicht [4], da Probandinnen in entsprechenden Untersuchungen auch häufiger Alkohol tranken, mehr Zigaretten rauchten und bei der Geburt meist älter als 30 Jahre waren. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren lässt sich Effekt nicht mehr auf das Koffein alleine beziehen.

Komplett auf Kaffee verzichten?

Wie so oft im Leben macht vor allem beim Kaffee bzw. Koffein die Dosis das Gift. Inbesondere der Bohnenaufguss enthält auch eine Reihe von Inhaltsstoffen, die der Gesundheit dienlich sind. Bei moderatem Konsum kann Kaffee für gesunde Erwachsene und Nicht-Schwangere also auch positive Wirkungen entfalten – mal abgesehen vom Wachmacher-Effekt. So wird geringer Kaffeekonsum beispielsweise mit einem verringerten Demenzrisiko in Verbindung gebracht. Achtet einfach darauf, nicht mehr als drei kleine Tassen über den Tag verteilt zu trinken und gelegentlich Koffeinpausen einzulegen.

Quellen:

[1] https://academic.oup.com/cercor/article-abstract/31/6/3096/6135013?redirectedFrom=fulltext

[2] https://www.unisa.edu.au/media-centre/Releases/2021/excess-coffee-a-bitter-brew-for-brain-health

[3] https://academic.oup.com/ije/article/45/2/353/2572495

[4] https://www.neuro-depesche.de/nachrichten/kaffee-in-der-schwangerschaft-vermeiden/

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