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Lebensmittel, die man nicht roh essen sollte

Ernährung

Lebensmittel, die man nicht roh essen sollte

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig, gerade im Hinblick auf unseren Vitaminhaushalt sowie die Funktionalität unseres Immunsystems. Gerade im Sommer schwören viele auf (Rohkost-)Salate, sind diese doch schnell gemacht, gut bekömmlich und wahre Vitamin- und Nährstoffbomben. Doch Vorsicht, viele beliebte Lebensmittelklassiker sind roh giftig und sollten deshalb ausschließlich im gekochten Zustand verzehrt werden. Welche das sind? Zeigen wir dir! 

Hülsenfrüchte 

Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. die Zuckerschote) können Hülsenfrüchte nicht roh gegessen werden. Diese enthalten unter anderem den Stoff Phasin. Dieser lässt die roten Blutkörperchen im Körper zusammenkleben. Nur durch Erhitzen ist es möglich, diesen Stoff zu zerstören. Bei Hülsenfrüchten aus der Dose oder im Glas muss man sich keine Gedanken machen, diese sind immer vorgekocht! 

Kidneybohnen & grüne Bohnen – Phasin

Wie bereits eingangs erwähnt, enthalten vor allem Kidney – und grüne Bohnen Phasin. Durch das Zusammenkleben der roten Blutkörperchen wird der Sauerstofftransport gestört, extreme Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit aber auch Kopfschmerzen können die Folge sein. Deswegen gilt: Bohnen immer mindestens zehn Minuten mit sprudelndem Wasser kochen, schmoren oder aber bei 70° C dünsten. 

Limabohnen & Urdbohnen – Blausäure

Auch beim Verzehr der in Deutschland eher unbekannten Lima- und Urdbohnen ist Vorsicht geboten. Diese enthalten das Glycosid Linamarin. Aus diesem kann sich Blausäure bilden (hochgiftig!). Die Krux: Freigesetzt wird dies erst beim Einleg- bzw. Kochvorgang. Deshalb gilt: Die Bohnen wie gewohnt bei sprudelndem Wasser mindestens zehn Minuten kochen lassen, das Wasser im Anschluss aber unbedingt wegschütten. 

Mungobohnen – Protease Hemmer

Wie der Name schon sagt, können rohe Mungobohnen Enzyme im Verdauungstrakt hemmen, welche zuständig für die Proteinaufnahme sind. Auch hier können Erbrechen und Übelkeit die Folge sein. 

Tipp: Sprossen (egal ob von der Mungobohne oder einer anderen Bohne) sind nicht giftig und können problemlos roh verzehrt werden. 

Kartoffeln – Solanin

Wie jetzt – unsere Lieblingsknolle ist giftig? Ja, aber nur roh. In diesem Zustand enthalten sie das Nervengift Solanin (ein Glycoalkaloid, das die Kartoffeln vor Feinden schützen soll). Es versteckt sich vor allem direkt unter der Schale und in neuen Trieben. Zu viel davon (roh) konsumiert kann Durchfall, Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben. Es gilt: Kartoffeln immer kochen oder gut (z.B. in der Pfanne) durcherhitzen, nur so verfliegt das Solanin und die in der Kartoffel vorkommende Stärke wird süßlich. 

Achtung: Je mehr neue Triebe eine Kartoffel bereits gebildet hat, desto mehr Solanin steckt in ihr. Diese Kartoffeln eher wegschmeißen (auch wenn es schwer fällt). Auch das Kochwasser sollte nicht mehr verwendet werden, da Solanin wasserlöslich ist und in das Wasser übergeht. 

Auberginen – Solanin

Auch die lilafarbenen Beeren (richtig gelesen, botanisch wird die Aubergine als Beere eingestuft) enthalten Solanin. Überwiegend aber nur direkt am Stielansatz und an Stellen, die noch nicht richtig reif sind. Vom Rohverzehr wird deswegen auch hier abgeraten.   

Rhabarber – Oxalsäure

Gerade in den frühen Sommermonaten ist Rhabarber ein Klassiker. Der süß-säuerliche Geschmack macht sich hervorragend in Gebäck oder Schorlen. Aber auch er ist im Rohzustand giftig. Der Bösewicht hier: Oxalsäure. Dieser Stoff kann in hohen Mengen zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Faustregel: Je saurer der Rhabarber, desto mehr Oxalsäure steckt drin! 

Die gute Nachricht: Die Oxalsäure sitzt zu knapp zwei Dritteln in den Blättern, welche man von Haus aus selten mitisst. Das restliche Drittel lässt sich gut durch erhitzen oder einkochen vernichten. Der Gehalt an Oxalsäure steigt übrigens mit der Wachstumsperiode, weswegen man ab dem 24. Juni keinen Rhabarber mehr ernten sollte.

(Wald-)Pilze

Die gute Nachricht zuerst: Kulturpilze aus dem Supermarkt wie Champignons oder Steinpilze sind nicht giftig und können je nach Geschmack auch roh verzehrt werden. Anders hingegen sieht es bei Waldpilzen aus. Die meisten Arten sollten ausschließlich gekocht verzehrt werden (alleine schon, um sich keinen Fuchsbandwurm einzufangen), da sie roh giftig sind. Zu diesen Pilzen zählen unter anderem Maronenpilz, Hallimasch, Morcheln, Rotkappe und Hexenröhrling. 

Achtung: Solltet ihr unsicher sein, ob der Waldpilz (roh oder gekocht) genießbar ist, bitte die Finger davon lassen. Durch Verwechslungen kommt es leider immer wieder zu Todesfällen, da manche Waldpilz-Sorten nicht nur giftig, sondern tödlich sind, wie zum Beispiel der Knollenblätterpilz, welcher optisch Ähnlichkeiten mit einem Champignon hat! 

Zucchini & Gurken – Cucurbitacine

Gurken und Zucchini können roh verzehrt werden – mit einer Ausnahme: Wenn sie bitter schmecken. Dann nämlich ist zu viel Cucurbitacin im Spiel. Diesen Stoff haben die Kürbisgewächse, um sich vor Fressfeinden zu schützen und schmeckt außerordentlich bitter. Im menschlichen Körper kann er Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Auch hier gibt es eine gute Nachricht. Die für den Supermarkt gezüchteten Gurken und Zucchini sind so gut wie Cucurbitacin-frei, da dieser Stoff herausgezüchtet wurde, lediglich beim Eigenanbau im Garten kann es vorkommen, dass sich der Stoff durchsetzt.

Schwarze Holunderbeeren – Sambunigrin

Sambunigrin ist keine griechische Insel, sondern ebenfalls ein Blausäure Glykosid, welches zu Erbrechen, Übelkeit und Durchfall führen kann. Aus diesem Grund bitte niemals roh essen! Auch hier gilt wieder: erhitzen, und die Gefahr ist gebannt! 

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