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Giftige Pflanzen in Haus und Garten: Gefahr für Mensch und Tier

Leben und Wohnen

Giftige Pflanzen in Haus und Garten: Gefahr für Mensch und Tier

Wir lieben sie – Pflanzen! In den unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben machen sie aus mancher Zimmerecke oder tristen Wohnungswand leicht einen Blickfang. Draußen schmücken sie unseren Garten und lassen ihn zur Augenweide werden.  Pflanzen haben eine positive Wirkung auf unser Wohlbefinden, können unsere Motivation steigern, dienen der Luftbefeuchtung und helfen, Schadstoffe abzubauen. Was dabei leider viel zu selten bedacht wird –  viele Pflanzen, sowohl für drinnen als auch für draußen, sind giftig für Mensch und Tier.

Was bedeutet die Gefahr von Giftpflanzen für mein Zuhause?

Auf keinen Fall bedeutet es, dass du auf die Pflanzen verzichten und sie aus deinem Umfeld verbannen sollst. Ein erwachsener Mensch wird kaum auf die Idee kommen, sich ein leckeres Menü aus Knollen, Blättern, Blüten und Gießwasser seiner Zimmerpflanzen zusammen zu stellen. Hier reicht es völlig aus, die üblichen Hygieneregeln einzuhalten, also:

  1. nach dem Kontakt mit Pflanzen oder Gießwasser gründlich die Hände waschen, um mögliche Hautreizungen zu vermeiden sowie
  2. das Gießwasser prinzipiell in der Toilette und nicht in der Spüle zu entsorgen.

Äußerste Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Kleinkinder und Tiere zum Haushalt gehören.

Die giftigsten Zimmerpflanzen

Beliebte, aber leider auch giftige Zimmerpflanzen auf einen Blick:

  • Alpenveilchen
  • Amaryllis
  • Azalee
  • Aloe Vera
  • Buntwurz ( Buntblatt, Kaladie )
  • Calla
  • Chili
  • Chrysantheme
  • Einblatt
  • Efeu
  • Kalanchoe
  • Lilie
  • Mistel
  • Narzissen
  • Orchideen
  • Palmfarn
  • Philodendron ( Baumfreund )
  • Strahlenaralie (Schefflera )
  • Tulpen
  • Weihnachtsstern

Maßnahmen zum Schutz Kinder

Kinder, besonders Kleinkinder, müssen durch das Sammeln von Erfahrungen in unsere Welt langsam hineinwachsen und sind daher ständig auf Entdeckungstour. Besonders in den ersten Jahren geschieht dies oft und gerne mit Händen und Mund. Alles halbwegs Erreichbare wird ertastet und gekostet. Die bunten Farben der Pflanzenblüten wecken die Neugier der Kleinen hier besonders und kaum haben sie erst mal den Blumentopf erreicht, wird nicht nur die Blüte, sondern oft auch noch die frisch gedüngte Blumenerde auf Beschaffenheit und Geschmack getestet. Mit bepflanzten Terrarien oder Blumenvitrinen schaffst du nicht nur ideale Wachstumsbedingungen für die Pflanzen, sondern minimierst extrem die Gefahr für das Kind. Ansonsten gilt:

  1. Blumen in für das Kind unerreichbare Höhe stellen und
  2. ein Kind nie in einem Raum mit Giftpflanzen allein lassen.

Schutz für Haustiere

Während Pflanzen für Hunde, außer für Welpen, keinen besonderen Reiz bieten, sind Katzen ähnlich neugierig wie Kleinkinder. Als Allesfresser probieren sie gerne, was sich ihnen da so bietet. Besonders gefährdet sind reine Wohnungskatzen, die häufig Grünpflanzen anfressen, weil ihnen die Möglichkeit zum Fressen frei wachsenden Grases fehlt. Durch ihre ausgeprägte Kletter- und Sprungfähigkeit ist ihnen kein Ziel zu hoch und die Gefahr daher groß. Um den Stubentigern fatale Folgen einer Vergiftung zu ersparen, solltet ihr möglichst:

  • Pflanzen wählen, die nach Zitrusfrucht oder Pfefferminz duften – den mögen Katzen nicht,
  • Pflanzen in Körben unter der Zimmerdecke aufhängen,
  • eine Katzengraspflanze* zum Naschen und zur Ablenkung aufstellen.

Die häufigsten Giftpflanzen im Garten

Die Auswahl schöner, aber leider auch giftiger Pflanzen für Beet und Garten ist riesengroß. Nicht nur exotische Gewächse, leider auch der Deutschen Lieblingspflanzen wie:

  • Blauregen
  • Buchsbaum
  • Eibe
  • Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Hortensie
  • Narzisse
  • Oleander
  • Thuja
  • Tollkirsche

gehören dazu. Da die Zahl der Giftpflanzen allerdings über die hier aufgeführten hinaus geht,  solltet ihr euch beim Kauf im Fachhandel stets fachkundig informieren und beraten lassen.

Wird der Garten überwiegend von Erwachsenen genutzt, ist die Anpflanzung, die zum eigenen Schutz stets mit Handschuhen erfolgen sollte, eher unkritisch.

Aber auch hier ist besondere Vorsicht geboten, wenn Kinder und Haustiere den Garten mit nutzen.

Wie schütze ich mein Kind vor Giftpflanzen im Garten?

Natürlich ist die sicherste Lösung, auf Giftpflanzen im Garten komplett zu verzichten, wenn dieser von Kleinkindern mit genutzt wird. Aber du musst nicht warten, bis deine Kinder erwachsen sind, um dich wieder an deinen Lieblingspflanzen im Garten erfreuen zu können. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen für die Kinder unerreichbar sind. Es empfehlen sich folgende Möglichkeiten:

  • Hochbeet* für Pflanzen
  • Pflanzen mit einem Schutzzaun umgeben
  • auf Pflanzen mit giftigen Beeren verzichten, die leicht aus dem geschützten Bereich herausfallen können und einen besonderen Reiz auf Kinder ausüben

Sind die Kinder alt genug, die Gefahren verstehen zu können, sprecht mit ihnen darüber und kennzeichnet die Giftpflanzen entsprechend, z. B. mit einem farbigen Anhänger.

Schutz vor giftigen Gartenpflanzen für Hund, Katze und Co

Spezielle Kleintierfreilaufgehege* für den Garten können Kaninchen, Hasen, Meerschweinchen, Welpen vor Giftpflanzen schützen. Bei Hunden und Katzen eignen sich die gleichen Sicherheitsvorkehrungen wie für Kinder. Allerdings müssen besonders für Katzen wegen ihrer vortrefflichen Kletter- und Sprungfähigkeiten Hochbeet oder Schutzzaun schon sehr hoch sein und dürfen von ihrer Beschaffenheit nicht zum Klettern animieren. Das minimiert die Gefahr, dass die Fellnase doch noch ihr Ziel erreicht und vermeidet mögliche Verletzungen.

Wie erkenne ich eine mögliche Vergiftung und was ist zu tun?

Eine Vergiftung beim Menschen kann sich sehr unterschiedlich äußern, meist durch folgende Symptome: 

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Fieber
  • Hautrötungen
  • Lähmungen
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Herz- und Kreislaufproblemen
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit

Wichtig: Beim geringsten Verdacht ist unverzüglich der Notruf 112 zu wählen. Hier wird man euch entsprechend instruieren und die Rufnummer der nächsten Giftnotrufzentrale nennen. Für den Fall des Verdachts einer Vergiftung eures Haustieres, die sich durch unsicheres Gehen, Lähmungen, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe äußern kann, solltet ihr in jedem Fall zur Sicherheit den Tierarzt anrufen oder, wenn möglich, umgehend mit eurem Tier in die Praxis fahren. Auch wenn ihr unsicher seid, ob ein Notfall vorliegt oder nicht – lieber ein Anruf zu viel als zu wenig. Schließlich geht es im ungünstigsten Fall um Leben und Tod. Gefahren lauern überall und oft ist leider besonders das Schöne das Gefährlichste.

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