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Kokosblütenzucker: tatsächlich gesünder als Haushaltszucker?

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Kokosblütenzucker: tatsächlich gesünder als Haushaltszucker?

Es gibt kaum jemand, der nicht um die Schädlichkeit eines überhöhten Zuckerkonsums weiß. Die verwirrend große Zahl unterschiedlichster Bezeichnungen wie Maltose und Dextrose, hinter denen sich schlicht und einfach Zucker versteckt, macht es den Herstellern leicht, die Listen der Zusatzstoffe für den Verbraucher recht undurchsichtig zu gestalten. Umso verständlicher ist es, dass viele – statt nach nachgewiesenermaßen ungesunden Süßungsmitteln – nach echten Haushaltszuckeralternativen suchen. Derzeit in vieler Munde ist der exotische Kokosblütenzucker.

Kokosblütenzucker: Was ist das eigentlich?

Den in der Regel als braunes, körniges Pulver im Lebensmittel- oder Fachhandel zu findende Kokosblütenzucker gewinnt man durch Einkochen und Kristallisation aus dem Saft der Kokospalmblüte.

Von seiner Konsistenz und Optik erinnert er fast ein wenig an geröstetes Paniermehl und schmeckt keineswegs, wie die Name vermuten lassen könnte, nach Kokosnuss, sondern leicht malzig und nach Karamel

In den üblichen Herkunftsländern Indonesien und den Philippinen wird der Kokosblütenzucker in aufwendiger Handarbeit gewonnen. Dementsprechend teuer ist er auch im Verkauf, wobei hier unbedingt auf die Reinheit des Produkts geachtet werden sollte, da manche Produkte leider mit anderen Zuckerarten gestreckt werden.

In Bezug auf die stets in der Diskussion stehende Nachhaltigkeit der Kokosplantagen ist es empfehlenswert, sich vorm Kauf diesbezüglich zu erkundigen. Im Zweifel lieber auf ein zertifiziertes Produkt aus dem Biomarkt zurückgreifen.

Nährwerte & glykämischer Index im Vergleich

Hauptbestandteile des Nährwerts eines Lebensmittels sind die sogenannten Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine und die bei ihrer Verdauung verwertbare Energie.

Wie der gewöhnliche Haushaltszucker besteht auch der Kokosblütenzucker zu über 90% aus Saccharose mit einem geringen Anteil an Glucose, zieht bei den Kalorien mit dem Zucker annähernd gleich, bietet aber zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe, außerdem den Ballaststoff Inulin.

Makronährstoffe mg/lKokosblütenzuckerHaushaltszucker
Zink20,1
Eisen20,1
Calcium86
Kalium1.0302.5
Magnesium291
Natrium451
Chloride47010
Schwefel262

GI von Kokosblütenzucker (und Haushaltszucker)

Weiterhin kann der Kokosblütenzucker mit seinem im Gegensatz zu herkömmlichen Zuckerarten sehr niedrigen Glykämischen Index ( Gl ) punkten.

  • GI Kokosblütenzucker: 35
  • GI Haushaltszucker: 65

Der Begriff Glykämischer Index stammt aus den 80iger Jahren, wo er vor allem im Hinblick auf die Krankheit Diabetes geprägt wurde.

Der Glykämische Index, auch oft kurz Glyx genannt, gibt Auskunft, wie hoch und wie lange der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels ansteigt

Je höher der Wert, desto mehr Zucker gelangt innerhalb eines definierten Zeitraumes nach dem Verzehr ins Blut. Niedrig glykämische Nahrungsmittel lassen unseren Blutzuckerspiegel langsam ansteigen und tragen somit zu unserem gesunden Wohlbefinden bei. Als niedrig gilt hier ein Wert ab 50. Mit einem GI von 35 ist Kokosblütenzucker also mehr als im Soll. 

Hinweis für Diabetiker

Damit der Blutzuckerspiegel über einen möglichst langen Zeitraum stabil bleibt und weder schnell in die Höhe steigt noch abfällt, greifen Diabetiker idealerweise zu “langsamen Kohlenhydraten”. Genau diesen Anforderungen wird der Kokosblütenzucker mit seinem niedrigen Glykämischen Index zu großen Teilen gerecht. 

Mit Kokosblütenzucker gesüßte Speisen haben so einen längeren Sättigungseffekt als Lebensmittel, denen andere Süßungsmittel zugesetzt wurden. Bei einer Diabetes-Erkrankung erscheint daher die Bevorzugung von Kokosblütenzucker daher ratsam. 

Auch Agavendicksaft wäre eine Alternative zu herkömmlichen Haushaltszucker, da dieser zum Großteil aus dem Einfachzucker Fructose (Fruchtzucker) besteht und entsprechend kein Insulin benötigt, um abgebaut zu werden. 

Zucker: die grundlegenden Unterschiede

Geht es um Zucker, fallen immer wieder die Begriffe Glucose und Fructose. Was genau verbirgt sich dahinter und wo überall finden wir sie?

Glucose, auch Traubenzucker genannt, finden wir in allen kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln. Während die darin enthaltene Energie unbedingt notwendig ist, um unsere Muskeln und unser Gehirn ausreichend zu versorgen, lässt zu viel Glucose im Blut den Blutzuckerspiegel stark ansteigen.

Die Fructose ( auch Fruktose oder Fruchtzucker ) kommt natürlicherweise insbesondere in Früchten und Gemüse vor, ist aber aufgrund der hohen Süßkraft schon lange ein beliebtes Zusatzmittel in industriell gefertigten Nahrungsmitteln, also Fertiggerichten.

Während die Glucose einen Glykämischen Index von 100 aufweist, liegt der von Fructose bei 25.

Der überwiegend aus Zuckerrüben und Zuckerrohr gewonnene allgemeine Haushaltszucker setzt sich zu gleichen Anteilen aus Glucose und Fructose zur Saccharose (Zweifachzucker) und erreicht damit einen Gl von 65.

Fazit: gesünder oder nicht?

Die Zusammensetzung des mit gleicher Süßkraft ( also 1:1 zum Haushaltszucker ) einsetzbaren Kokosblütenzucker ist zwar ähnlich, der Anteil an Glucose allerdings merklich geringer. Hinzu kommt beim Kokosblütenzucker noch das breite Spektrum enthaltener Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren. Dennoch gilt: Trotz all der guten Eigenschaften des wegen seiner aufwendigen Herstellung recht kostspieligen Kokosblütenzuckers darf man nicht vergessen, dass es sich auch hier um Zucker handelt, den es zur Erhaltung der Gesundheit in Maßen einzusetzen gilt.

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